U. U. lebensbedrohliche Kolibakterien (E. coli VTEC) in CAMEMBERT GRAINDORGE (insb. KAUFLAND-Kunden betroffen)

MÜNNICH Rückruf CAMEMBERT GRAINDORGE Au Lait Cru Origine Calvados Die Firma Münnich fromage GmbH & Co. KG (Wuppertal/NW) ruft "aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes" einen - insbesondere über Filialen des Handelsunternehmens Kaufland Warenhandel GmbH & Co. KG (Hauptsitz: Neckarsulm/BW) vertriebenen - Weichkäse aus französischer Produktion zurück. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Kolibakterien - genauer: den pathogenen Keim » E.coli (VTEC) - enthält. Betroffen ist der "CAMEMBERT GRAINDORGE" in der 250 g-Packung mit dem Identitätskennzeichen: FR 14.371.001 sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): 07.04.21. "Das Produkt wurde von Kaufland bundesweit, von dem Käsespezialitäten-Großhändler Heiderbeck GmbH in 82140 Olching sowie von der akzenta-Supermarkt-Filiale in 42283 Wuppertal-Barmen vertrieben." Dieser Weichkäse ist nicht zum Verzehr geeignet und kann an der Verkaufsstelle zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Auch wenn eine Kontaktaufnahme nicht explizit angeboten wird, so ist das Unternehmen unter der Rufnummer 02 02 / 2 81 56 10 sowie per E-Mail an info(at)kaeseland.de erreichbar. "Die Firma Münnich fromage bittet die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen | Mit freundlichen Grüßen" Der Anbieter nur: "Infektionen, die durch pathogene E.coli-Keime (VTEC) ausgelöst werden, können leichte bis schwere Durchfallerkrankungen auslösen." Hingegen bspw. die österreichische "AGES" weit ausführlicher zu "VTEC": "Die Erkrankung beginnt mit wässrigen Durchfällen, die zum Teil nach einigen Tagen blutig verlaufen und von starker Übelkeit, Bauchschmerzen, selten auch Erbrechen und Fieber, begleitet sein können. Sie dauert im Durchschnitt 8 bis 10 Tage. Bei 10 bis 20 Prozent der PatientInnen kann sich eine hämorrhagische Kolitis mit blutigem Stuhl und teilweise Fieber entwickeln. Bei 5 bis 10 Prozent der Erkrankten, besonders bei Kleinkindern, kann es Tage nach der Durchfallerkrankung zu einer charakteristischen Folgeerkrankung kommen, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Dabei binden sich die Shigatoxine an spezielle Strukturen der Zellwände, hauptsächlich in den Blutgefäßen der Niere, und schädigen diese. Die kleinen Blutkapillaren werden zerstört, und in weiterer Folge kann es zu Nierenversagen, Blutarmut, verminderter Anzahl an Blutplättchen, Hautblutungen und neurologischen Veränderungen kommen"  (Bildquelle: Münnich fromage GmbH & Co. KG).
» www.kaeseland.de | » www.kaufland.de | » Weitere Informationen im PDF-Format
Lesenswert: ages.at » "VEROTOXIN BILDENDE ESCHERICHIA COLI (VTEC)" (PDF)

 


Updates zur Verdeutlichung des Aktualitätsproblems der Behörden


Die Firma Münnich fromage GmbH & Co. KG gibt in ihrer Pressemitteilung unmissverständlich zu verstehen: "Das Produkt wurde von Kaufland bundesweit, von dem Käsespezialitäten-Großhändler Heiderbeck GmbH in 82140 Olching sowie von der akzenta-Supermarkt-Filiale in 42283 Wuppertal-Barmen vertrieben."

Stand: So, 14.03.2021 - 12:00 Uhr:
24 Stunden nach Beginn der öffentlichen Rückrufaktion haben zwar die vier Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (trotz des Wochenendes) auf dem amtlichen Portal "lebensmittelwarnung.de" ihre Betroffenheit erklärt. Es fehlen aber Meldungen der weiteren 12 Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Auch hier wieder erhalten beispielsweise VerbraucherInnen aus den "säumigen" Bundesländern, die sich auf dem Portal (unter Nutzung der angebotenen Filterfunktion) nur die für ihr Bundesland relevanten Meldungen anzeigen lassen, keine Information. Zudem führen solche unvollständigen Meldungen u. U. zu falschen Medienberichten, in die solche unvollständigen Regional-/Betroffenheitsangaben oftmals ohne weitere Prüfung übernommen werden. Ein Problem, das es bereits seit 2011 (= Start "lebensmittelwarnung.de") gibt, mehrfach aufgezeigt wurde und hartnäckig ignoriert wird.

 

Meldestand 14.03.2021 - 12:00 Uhr

 

Stand: Mo, 15.03.2021 - 12:00 Uhr:
48 Stunden später: Trotz des Potenzials eines erheblichen Gesundheitsriskos haben erst drei weitere Bundesländer (Hamburg, Hessen, und Rheinland-Pfalz) anerkannt, dass VerbraucherInnen in ihren Verantwortungsbereichen betroffen sind. Trotz des Risikos von akutem Nierenversagen mit möglicher Todesfolge haben es immer noch neun Bundesländer nicht als notwendig angesehen, sich sofort zu Tagesbeginn in die Liste der betroffenen Bundesländer einzutragen. Im Einzelnen: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Einzelfall? Definitiv: NEIN!

 

Meldestand 15.03.2021 - 12:00 Uhr

 

Stand: Di, 16.03.2021 - 12:00 Uhr:
72 Stunden später: Keine Änderung zum Vortag

 

Meldestand 16.03.2021 - 12:00 Uhr

 

Stand: Mi, 17.03.2021 - 12:00 Uhr:
Auch nach 96 Stunden: Trotz u. U. bestehender Lebensgefahr kein Einlenken der säumigen Behörden.
» Weitere Informationen im PDF-Format

 

Stand: Do, 18.03.2021 - 12:00 Uhr:
Tag 5 nach dem ersten Bekanntwerden: Das Saarland hat eine Betroffenheit erklärt > jetzt fehlen nur noch 8 Bundesländer
» Weitere Informationen im PDF-Format

 

Meldestand 18.03.2021 - 12:00 Uhr

 

Stand: Fr, 19.03.2021 - 12:00 Uhr:
Auch nach 6 Tagen: Es fehlen immer noch die Betroffenheitserklärungen der 8 Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

 

Stand: Fr, 19.03.2021 - 18:00 Uhr:
Noch Tag 6: Kurz vor Dienstschluss und Beginn des Wochenendes hat nun auch die für Berlin verantwortliche Dienststelle / Person erkannt, dass es dort zahlreiche Kaufland-Filalen gibt, bei denen der mit Kolibakterien (VTEC) verunreinigte Camembert im Verkauf war. So fehlen in dem ganzen "Stückwerk" jetzt "nur" noch die 7 Bundesländer Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Amtlicher Verbraucherschutz und die Trägheit verantwortlicher Behörden sind und bleiben einfach spannend!
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Meldestand 19.03.2021 - 18:00 Uhr

 

Stand: Sa, 20.03.2021 - 12:00 Uhr:
1 Woche später: Anstelle dass hier einmal die Regie (= Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) eingreift, bleibt es beim Fehl der in vorstehendem Update aufgeführten 7 Bundesländer.

 

Stand: Mo, 22.03.2021 - 12:00 Uhr:
Mehr als 1 Woche später: Es scheint dabei zu bleiben: Die 7 Bundesländer Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sehen es als nicht notwendig an, VerbraucherInnen ihres Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiches vor dem bundesweit bei Kaufland angebotenen und mit Kolibakterien (VTEC) belasteteten Camembert zu warnen: Trotz des Risikos von akutem Nierenversagen mit möglicher Todesfolge. So viel zur Zuverlässigkeit des amtlichen Portals "lebensmittelwarnung.de", das durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie entsprechende Dienststellen in 16 Bundesländern betrieben wird bzw. werden sollte. "Ein hoffnungsloser Fall!"
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