Weniger gefährliche Artikel auf dem EU-Markt: "RAPEX sei Dank"

Rapid Exchange of Information System (RAPEX)Zur "Lage der Produktsicherheit in Europa" informiert die Europäische Kommission erneut mit ihrem jährlichen RAPEX-Bericht 2011: Über statistisches Zahlenwerk, sich daraus ableitbare Entwicklungen und künftige Herausforderungen. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU wollen die Gewissheit, dass Produkte, ob in der EU hergestellt oder aus Drittländern importiert, sicher sind. Die gute Nachricht: RAPEX – das EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte (außer Lebensmitteln) – wird immer leistungsfähiger; gefährliche Produkte werden deswegen früher und effektiver ausfindig gemacht und dann auch schneller vom EU-Markt genommen (...) RAPEX: ein Schnellwarnsystem zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU Seit 2004 (als die Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit in innerstaatliches Recht umgesetzt wurde) hat sich RAPEX erheblich weiterentwickelt. Die Mitgliedstaaten haben bis zu 100 Millionen EUR ausgegeben und bis zu 6 000 Inspektorinnen und Inspektoren beschäftigt, um die Produktsicherheitsvorschriften durchzusetzen. In dem Bericht für das Jahr 2011 werden die Erfolge beschrieben: frühere Entdeckung gefährlicher Produkte, bessere Marktüberwachung und bessere Durchsetzung der Produktsicherheitsvorschriften durch die nationalen Behörden (...) Rapid Exchange of Information System (RAPEX) - Jahresbericht 2011 RAPEX-Bericht 2011: Ursprungsländer Auf China entfallen zwar mit über der Hälfte aller RAPEX-Meldungen nach wie vor die meisten Meldungen, doch setzt sich der Abwärtstrend fort: Im Jahr 2010 waren es 58 %, im Jahr 2011 nur noch 54 %. 19 % der Produkte (293 Meldungen) kamen aus Europa, 15 % aus anderen Ländern (...) Ganz oben auf der Liste: Bekleidung und Textilien, Spielzeug, Kraftfahrzeuge Bekleidung und Textilien waren am häufigsten Gegenstand von Warnmeldungen (423 betrafen die Risiken Erstickung und Reizung), gefolgt von Spielzeug (324 Meldungen, hauptsächlich Erstickungsrisiko durch Verschlucken) und Kraftfahrzeugen (171 Meldungen, Verletzungsrisiko), Elektrogeräten (153 Meldungen, Stromschlagrisiko) und Kosmetika (104 Meldungen, chemisches Risiko). 74 % aller Meldungen zu besonders gefährlichen Produkten im Jahr 2011 entfielen auf diese fünf Produktkategorien." Unsere "Verbrauchermeinung": Auch wenn RAPEX für den behördlichen Informationsaustausch unverzichtbar erscheinen mag, so ist das System als verlässliche Informationsquelle für Endverbraucher nur äußerst eingeschränkt von Nutzen. Öffentlich insgesamt wenig präsent, sind die zum Teil lebenswichtigen Informationen ausschließlich in Englisch. Wird eine mögliche Suche alleine schon durch letztgenannten Umstand gravierend erschwert, ist die Auswahl "passender" Suchbegriffe - aufgrund unterschiedlichster Beschreibungsmerkmale und Schreibweisen - oftmals ein hoffnungsloses Unterfangen; Möglichkeiten einer Gruppierung nach Produktgruppen sowie Hilfestellungen, nach welchen Marken oder Produkten man überhaupt suchen kann/soll: "Fehlanzeige" (Anmerkung: Ideen zur Optimierung nicht erwünscht). Eine immer wiederkehrende Feststellung, die aktuell auch "prominent" durch den NDR bestätigt wird (und nicht nur für Schuhe gilt): "Außerdem sind manche Produkte, die auf der Liste stehen, dennoch weiterhin im Handel" (Bildquelle: rapex.eu).
» www.rapex.eu | » Direktlink zum RAPEX-Jahresbericht 2011 im PDF-Format (4,8 MB)
Lesenswert: ndr.de: » "Verbraucherschutz: Europaweit schnell gewarnt?"
» "Produkt gefährlich? Suchen Sie im EU-Schnellwarnsystem "RAPEX"!"

"Öffentlicher Warenrückruf" für Feuerwerksartikel von NICO

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)Üblicherweise wird bereits im Vorfeld eines Sylvestertages massiv vor Feuerwerkskörpern gewarnt. Sogar noch einen Tag vor dem Jahresabschluss 2011 warnten die Europäische Kommission sowie vereinzelt auch deutsche Behörden sehr konkret vor "besonders gefährlichen" » Feuerwerksbatterien. Dennoch kam es fast sechs Wochen später noch zu einem "Nachbrenner" (für "Spätzünder"?): Die NICO Feuerwerk GmbH aus Wuppertal schreibt in einem "öffentlichen Warenrückruf": "NICO Feuerwerk ruft den Artikel "The Great Nightsky Inferno" / Flagship" zurück. Aufgrund von vereinzelt fehlerhaften Abklebungen zwischen den ersten drei Batterien zur Fächerbatterie und von der Fächerbatterie zu den beiden letzten Batterien besteht die Gefahr einer unsachgemäßen Bedienung des Produkts, die zu einer vorzeitigen Zündung der Fächerbatterie führen kann. Dabei kann eine Gefährdung der Gesundheit nicht ausgeschlossen werden. Der oben genannte Artikel konnte vom 29. bis 31. Dezember 2011 in den Märkten der folgenden Handelshäuser erworben werden: BUDNI, EDEKA, hagebaumarkt, NETTO Supermarkt (Stavenhagen) und tegut. Die Kunden, die diesen Feuerwerksartikel erworben haben, werden gebeten, das Produkt in die jeweiligen Einzelhandelsmärkte zurückzubringen. Die Verbraucher erhalten selbstverständlich eine Kaufpreiserstattung. Verbraucherfragen beantwortet der NICO-Kundenservice unter der Rufnummer 0 41 54/9 89 34 20 oder unter der E-Mail-Adresse: info(at)nico-feuerwerk.de." Trotz der durch das Unternehmen betonten Öffentlichkeit des Warenrückrufs kann (erst) jetzt eine Meldung im » "Produktsicherheitsportal" der Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ausgemacht werden. Neben den Informationen des Unternehmens wird das Sicherheits-/ Gesundheitsrisiko wie folgt beschrieben: "Verbrennung, Verbrühung, Explosionsgefahr". Der Badischen Zeitung zufolge sind nach Angaben des Unternehmens 35.000 dieser Batterien vertrieben worden (und "nur" 70 Beschwerden eingegangen). Bereits in den ersten Januar-Tagen soll die Gefahr bekannt geworden sein.
» www.nico-feuerwerk.de | presseportal.de: » Direktlink zu weiteren Informationen im PDF-Format
Lesenswert: pz-news.de (Pforzheimer Zeitung): » "Böller-Firma bestätigt 70 Vorfälle"
badische-zeitung.de: » "Silvester-Aufrüstung beschäftigt Ärzte und Juristen"

Zusätzliche Informationen