BVL warnt vor Oliven- und Tomatenpaste von LA RUCHE (F)

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt deutsche Verbraucher vor französischer Oliven- und Tomatenpaste, durch deren Verzehr in Frankreich bereits mehrere Personen an » Botulismus erkrankt sind. Ursache der Infektion war nach Informationen der französischen Behörden eine Oliven- bzw. Tomatenpaste der Marke „Les Délices de Marie Claire“ des Herstellers „La Ruche“ in den Regionen Vaucluse (Südfrankreich) und Somme (Nordfrankreich). Die Produkte wurden auch unter den Namen „Terre de Mistral“ und „Les secrets d’Anaïs“ vertrieben. Die Produkte aller drei Marken waren darüber hinaus über das Internet erhältlich. Nach Angaben der Bundesbehörde konnte der Keim » "Clostridium botulinum" oder » "Botulinumtoxin" auch in anderen Produkten des Herstellers nachgewiesen werden. Die französischen Behörden haben eine Rückrufaktion aller Produkte sämtlicher Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten veranlasst. Da eine Vergiftung schwerste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, wird vor dem Verzehr genannter Produkte gewarnt. Verbraucher, die entsprechende Produkte besitzen, sollten diese über den Hausmüll entsorgen. Hintergrundinformationen des BVL: "Botulismus ist eine Vergiftung des Nervensystems ... Erste typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Ihnen folgen neurologische Einschränkungen wie Sehstörungen, Mundtrockenheit und Sprech- sowie Schluckstörungen, die mit starker Müdigkeit, Schwächegefühl und Schwindel einhergehen. Die Krankheit entwickelt sich weiter mit einer Lähmung der Halsmuskulatur und der Arme, bevor die Atemmuskulatur und die untere Körperhälfte gelähmt werden. Die Symptome treten in der Regel 12 bis 36 Stunden nach Verzehr auf."
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Lesenswert: bfr.bund.de » Selten, aber gefährlich: Lebensmittelvergiftungen durch Clostridium botulinum

BVL, BfR und RKI sehen EHEC O104:H4-Ausbruch als aufgeklärt

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Das EHEC O104:H4-Ausbruchsgeschehen in Deutschland scheint aufgeklärt: Einer gemeinsamen Pressemitteilung zufolge kommen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Robert Koch-Institut (RKI) zu dem Ergebnis, dass die Ursache "mit hoher Wahrscheinlichkeit" in aus Ägypten importierten und mit EHEC O104:H4 kontaminierten » Bockshornklee-Samen liegt. Nach Angaben in der Mitteilung ließ sich feststellen, dass eine im Jahr 2009 und eine im Jahr 2010 über mehrere Zwischenhändler aus Ägypten bezogene Bockshornklee-Samencharge für die Produktion verseuchter Sprossen eingesetzt worden ist. Den zuständigen deutschen Überwachungsbehörden wurde daher "geraten", die Lieferwege dieser beiden Bockshornklee-Samenchargen vollständig aufzudecken und vom Markt zu nehmen. Auch wenn es bislang keine konkreten Hinweise auf eine Belastung anderer Samenarten und -chargen gibt, sei dieses möglich, so die Verfasser. Da derzeit möglicherweise noch kontaminierte Sprossensamen im Umlauf sind, bleibt auch die Empfehlung der deutschen Behörden bestehen, Sprossen nicht roh zu verzehren. Für den Privathaushalt gilt: Noch vorhandene Sprossensamen und Samenmischungen "sollten im Restmüll entsorgt werden". Bockshornkleesamen werden als Gewürz und als Heilmittel eingesetzt, unter anderem auch in Nahrungsergänzungsmitteln. WICHTIG: "Erkrankte Menschen können auch nach ihrer Genesung über eine bestimmte Zeit Krankheitserreger ausscheiden. Eine Erregerausscheidung ist auch durch infizierte Personen möglich, die selbst nicht erkranken. Deshalb ist es umso wichtiger, dass erkrankte Personen Hygienemaßnahmen besonders beachten und generell bei der Zubereitung von Lebensmitteln die allgemeinen Hygieneregeln konsequent eingehalten werden."
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Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)Update vom 08.07.2011: Aufgrund eines Durchführungsbeschlusses der Europäischen Kommission hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bonn) die Landesbehörden aufgefordert, Wirkstoffe und Arzneimittel, die Bockshornkleesamen enthalten, der im Zeitraum von 2009 bis 2011 aus Ägypten eingeführt wurde, vom Markt zu nehmen. Bockshornkleesamen wird u. a. als pflanzliches Magen-Darm-Mittel verwendet, wobei Patienten mehrmals täglich zerkleinerte Bockshornsamen mit Flüssigkeit einnehmen. Der Import sämtlicher Bockshornkleesamen aus Ägypten ist zunächst verboten.
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