BVL, BfR und RKI sehen EHEC O104:H4-Ausbruch als aufgeklärt

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Das EHEC O104:H4-Ausbruchsgeschehen in Deutschland scheint aufgeklärt: Einer gemeinsamen Pressemitteilung zufolge kommen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Robert Koch-Institut (RKI) zu dem Ergebnis, dass die Ursache "mit hoher Wahrscheinlichkeit" in aus Ägypten importierten und mit EHEC O104:H4 kontaminierten » Bockshornklee-Samen liegt. Nach Angaben in der Mitteilung ließ sich feststellen, dass eine im Jahr 2009 und eine im Jahr 2010 über mehrere Zwischenhändler aus Ägypten bezogene Bockshornklee-Samencharge für die Produktion verseuchter Sprossen eingesetzt worden ist. Den zuständigen deutschen Überwachungsbehörden wurde daher "geraten", die Lieferwege dieser beiden Bockshornklee-Samenchargen vollständig aufzudecken und vom Markt zu nehmen. Auch wenn es bislang keine konkreten Hinweise auf eine Belastung anderer Samenarten und -chargen gibt, sei dieses möglich, so die Verfasser. Da derzeit möglicherweise noch kontaminierte Sprossensamen im Umlauf sind, bleibt auch die Empfehlung der deutschen Behörden bestehen, Sprossen nicht roh zu verzehren. Für den Privathaushalt gilt: Noch vorhandene Sprossensamen und Samenmischungen "sollten im Restmüll entsorgt werden". Bockshornkleesamen werden als Gewürz und als Heilmittel eingesetzt, unter anderem auch in Nahrungsergänzungsmitteln. WICHTIG: "Erkrankte Menschen können auch nach ihrer Genesung über eine bestimmte Zeit Krankheitserreger ausscheiden. Eine Erregerausscheidung ist auch durch infizierte Personen möglich, die selbst nicht erkranken. Deshalb ist es umso wichtiger, dass erkrankte Personen Hygienemaßnahmen besonders beachten und generell bei der Zubereitung von Lebensmitteln die allgemeinen Hygieneregeln konsequent eingehalten werden."
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Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)Update vom 08.07.2011: Aufgrund eines Durchführungsbeschlusses der Europäischen Kommission hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bonn) die Landesbehörden aufgefordert, Wirkstoffe und Arzneimittel, die Bockshornkleesamen enthalten, der im Zeitraum von 2009 bis 2011 aus Ägypten eingeführt wurde, vom Markt zu nehmen. Bockshornkleesamen wird u. a. als pflanzliches Magen-Darm-Mittel verwendet, wobei Patienten mehrmals täglich zerkleinerte Bockshornsamen mit Flüssigkeit einnehmen. Der Import sämtlicher Bockshornkleesamen aus Ägypten ist zunächst verboten.
» www.bfarm.de

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