GEFAHR durch nachgewiesenen Krankenhauskeim: Bundesweiter Rückruf von ELINA MED Mundspülung

LGL Bayern"Suchet, so werdet ihr finden." Obwohl dieser Bibelspruch eher keine Leitlinie für den amtlichen Verbraucherschutz sein sollte, so finden VerbraucherInnen aller Bundesländer (zumindest derzeit) nur auf der Internetseite des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "LGL Bayern" (Erlangen/BY) die amtliche Version eines Rückrufs der Firma Jean Products-WERM GmbH (Karsbach/BY), wonach bundesweit eine Mundspülung zurückgerufen wird. Der Rückruf erfolgt aufgrund "bestehender Gesundheitsgefahr", da in der Spülung der auch als "Krankenhauskeim" bekannte Erreger » "Pseudomonas aeruginosa" nachgewiesen wurde. Betroffen ist "Anti-Plaque Mundspülung Fresh" der Marke "Elina med" in der 500 ml-Flasche (EAN: 4326470477941) aus der Charge 710001.

JEAN-PRODUCTS-WERM Rückruf ELINA MED Anti-Plaque Mundspülung Fresh Angaben des Unternehmens zufolge wurde die Mundspülung an "verschiedene Großhändler, Onlinehändler und Einzelhändler" verkauft, eine weitere Präzisierung erfolgt jedoch nicht. Dass KundInnen das Produkt auf keinen Fall mehr verwenden dürfen, geht aus der Mitteilung zwar nicht explizit hervor, versteht sich aber von selbst. Ob das Produkt gegen Kaufpreiserstattung oder im Umtausch zurückgegeben werden kann / soll, wird auch nicht beschrieben, sollte aber beim Kundenservice unter der Telefonnummer 0 93 53/97 856 44 (Mo-Do.: 8-16 Uhr, Fr.: 8-13 Uhr) zu erfahren sein > im Briefkopf des "Kundenanschreibens" ist auch die E-Mail-Adresse jean-products(at)osma-werm.com benannt. Das Unternehmen beschreibt: "Es handelt sich um einen weit verbreiteten Wundinfektionskeim. Ein erhöhtes Risiko einer Infektion besteht vor allem bei Läsionen in Haut und Schleimhaut"; Wikipedia wird da aber etwas konkreter: Mit ca. 10 % aller Krankenhausinfektionen gehört P. aeruginosa zu den in Deutschland am häufigsten auftretenden Krankenhauskeimen mit "Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika". Das Spektrum an Krankheiten, welche durch diese Bakterien verursacht werden, ist umfangreich. Sie können Harnwegsinfekte, Lungen-, Darm-, Hirnhaut-, Außenohrentzündungen oder Infektionen auf Brandwunden verursachen (Bildquelle: LGL Bayern / OSMA-Werm GmbH).
» www.osma-werm.com | » Weitere Informationen im PDF-Format

Lesenswert: lgl.bayern.de » Rückrufe, von denen man oft nur wenig erfährt

Erklärung: Von den bspw. durch das Bundesland Bayern veröffentlichten "Warnungen und Informationen der Öffentlichkeit zu Bedarfsgegenständen, kosmetischen Mitteln und Futtermitteln" erfahren VerbraucherInnen - trotz einer grds. immer bundesweiten Relevanz - in der Regel nur sehr wenig: Für genannte Kategorien gibt es in Deutschland keine zentrale amtliche Informationsquelle, die wenigsten Bundesländer bieten eine solche und zugleich "brauchbare" Übersicht an.
Lesenswert: gesetze-im-internet.de » LFGB, § 2 - Begriffsbestimmungen > s. Abschnitt (4), (5) und (6)

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