BfArM meldet Rückruf eines Adrenalin-Autoinjektors: Fehlfunktion

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)Allergiker aufgepasst! Das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht per Pressemitteilung sowie auf seiner Internetseite eine lebenswichtige Information für Personen, die u. a. auf Nahrungsmittel, Arzneimittel, Insektenbisse oder -stiche allergisch reagieren und somit ständig ein Notfallmedikament bei sich haben müssen: Patienten, die im Besitz eines Adrenalin-Autoinjektors "Anapen" des "Zulassungsinhabers" Lincoln Medical Ltd. (Salisbury/UK) sind, wird geraten, diesen dringend gegen ein anderes geignetes Arzneimittel auszutauschen. Bei einigen Chargen der betroffenen Produkte besteht das mögliche Risiko, dass die Adrenalinlösung bei einem » "anaphylaktischen Notfall" nicht oder nicht in hinreichender Menge abgegeben wird und damit keine erfolgreiche Behandlung des Schockzustandes erfolgt. Betroffen sind die Arzneimittel "Anapen® 300 μg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze" und "Anapen® Junior 150 μg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze". Das Institut empfiehlt: "Patienten sollen betroffene Produkte trotzdem noch solange mit sich führen, bis ihr Arzt ihnen ein anderes geeignetes Arzneimittel verschrieben hat und der Apotheker ihnen dieses andere Arzneimittel ausgehändigt hat." Nach Informationen in dem "Rote-Hand-Brief" (Herstellerinformation an Fachkreise wie Ärzte und Apotheker über neu erkannte, bedeutende Arzneimittelrisiken) werden "alle noch haltbaren Chargen" des genannten Arzneimittels "bis auf Patientenebene" zurückgerufen.
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Auch BfArM informiert über Rückruf von DEPUY-Hüftimplantaten

BfArM Rückruf HüftimplantateBereits Ende August hat das Schweizer Heilmittelinstitut » "swissmedic" eine Rücknahme von Hüftimplantaten des Orthopädieprodukteherstellers DePuy gemeldet. Kurze Zeit später konnten Patienten auf der deutschen Internetseite des genannten Unternehmens einem Link folgen, der über einen "dringenden Sicherheitshinweis und freiwilligen Rückruf des ASR™ Hüftsystems (ASR™ Oberflächenersatz, ASR™ XL Acetabulumsystem)" informiert (nur in englischer Sprache). Unter der Referenz-Nr.: 1977/08 veröffentlicht jetzt auch das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) diese "wichtige Kundeninformation zur dringenden Sicherheitsinformation". Neben vielen Details schreibt DePuy: "Alle Patienten, denen das ASR™ System implantiert wurde, sollten über diesen Rückruf informiert werden und zu einer Nachuntersuchung eingeladen werden." Insbesondere Hüftpatienten, die noch einen themenähnlichen Beitrag des ARD-Magazins "Fakt" aus August 2009 in den Ohren haben, dürften dabei hellhörig werden: Das Magazin stellte seinerzeit fest, dass trotz entsprechender Herstellerinformationen viele Betroffene nichts über das Risiko erfahren, das sie in sich tragen. Der schweizerischen » Handelszeitung zufolge sollen weltweit rund 93.000 Exemplare dieser Prothesen verkauft worden sein, wonach bei den beiden Modellen "XL Acetabular System" und "Hip Resurfacing System" 12 bis 13 Prozent mangelhaft sein könnten. Ob und wieviele Patienten in Deutschland betroffen sein könnten, bleibt in den zugänglichen Kundeninformationen offen.
» www.bfarm.de | » www.depuy.de

Update vom 23.04.2011: Die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" titelt aktuell in der Wissenschafts-Rubrik "Medizin": "Giftige Geschäfte: Eine Tochter des US-Konzerns Johnson & Johnson hat weltweit künstliche Hüftgelenke zurückgerufen. Doch viele der 5500 deutschen Patienten wissen noch gar nichts davon."
Lesenswert: spiegel.de » Medizin | Giftige Geschäfte
» www.swissmedic.ch (30.08.10 - Vk_20100826_06) | » Direktlink zu weiteren Informationen im PDF-Format
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