BfArM bietet Datenbank zu "unerwünschten Arzneimittelwirkungen"

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)Das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bietet ab sofort einen öffentlichen Online-Zugang zu seiner "Datenbank mit Verdachtsmeldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen" an. Die Datenbank umfasst grundsätzlich alle dem Institut seit 1995 gemeldeten Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen aus Deutschland. Diese Verdachtsfälle beziehen sich auf unerwünschte Ereignisse beim Patienten, die nach der Einnahme von Arzneimitteln eingetreten sind und dem BfArM mit dem Verdacht auf einen ursächlichen Zusammenhang mit diesem Arzneimittel gemeldet wurden. Dies bedeutet also nicht ohne Weiteres, dass ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Arzneimittel tatsächlich existiert. Mit einer Filterfunktion können Verdachtsfälle zu einzelnen Nebenwirkungsbegriffen, Wirkstoffen, Zeiträumen und Altersgruppen gesucht werden: Die Zahl der Verdachtsfälle erlaubt jedoch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Häufigkeit von Nebenwirkungen eines Arzneimittels oder eine vergleichende Analyse der Fallzahlen bei unterschiedlichen Arzneimitteln. Dies liegt auch daran, dass nicht alle Nebenwirkungen gemeldet werden, weil zum Beispiel Patienten das Auftreten von Nebenwirkungen nicht immer ihrem Arzt melden, oder weil Ärzte nicht in allen Fällen einen Zusammenhang mit einer Arzneimittelanwendung herstellen. Darüber hinaus ist das Meldungsaufkommen auch vom Bekanntheitsgrad eines Arzneimittels im Zeitverlauf abhängig. Das Institut macht deutlich: "Die Rechercheergebnisse bedürfen einer medizinischen Interpretation und dürfen keinesfalls als Ersatz für eine ärztliche Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen eines Arzneimittels betrachtet werden. Die individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung eines Arzneimittels für einen Patienten kann nur im Gespräch mit dem behandelnden Arzt getroffen werden."
» nebenwirkung.bfarm.de
Lesenswert: bfarm.de: Pressemitteilung 04/13 » "Transparenz bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen"

BfArM meldet Rückruf eines Adrenalin-Autoinjektors: Fehlfunktion

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)Allergiker aufgepasst! Das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht per Pressemitteilung sowie auf seiner Internetseite eine lebenswichtige Information für Personen, die u. a. auf Nahrungsmittel, Arzneimittel, Insektenbisse oder -stiche allergisch reagieren und somit ständig ein Notfallmedikament bei sich haben müssen: Patienten, die im Besitz eines Adrenalin-Autoinjektors "Anapen" des "Zulassungsinhabers" Lincoln Medical Ltd. (Salisbury/UK) sind, wird geraten, diesen dringend gegen ein anderes geignetes Arzneimittel auszutauschen. Bei einigen Chargen der betroffenen Produkte besteht das mögliche Risiko, dass die Adrenalinlösung bei einem » "anaphylaktischen Notfall" nicht oder nicht in hinreichender Menge abgegeben wird und damit keine erfolgreiche Behandlung des Schockzustandes erfolgt. Betroffen sind die Arzneimittel "Anapen® 300 μg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze" und "Anapen® Junior 150 μg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze". Das Institut empfiehlt: "Patienten sollen betroffene Produkte trotzdem noch solange mit sich führen, bis ihr Arzt ihnen ein anderes geeignetes Arzneimittel verschrieben hat und der Apotheker ihnen dieses andere Arzneimittel ausgehändigt hat." Nach Informationen in dem "Rote-Hand-Brief" (Herstellerinformation an Fachkreise wie Ärzte und Apotheker über neu erkannte, bedeutende Arzneimittelrisiken) werden "alle noch haltbaren Chargen" des genannten Arzneimittels "bis auf Patientenebene" zurückgerufen.
» www.bfarm.de | » Direktlink zu weiteren Informationen im PDF-Format

Zusätzliche Informationen